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Die Geschichte der Salina Turda

Im Norden der Stadt Turda tritt an einigen Stellen helles Salz an die Oberfläche. Hier beginnt die Geschichte der Salina Turda. Wer heute durch den Eingang am Durgău See hinabsteigt, betritt Räume, die über viele Generationen hinweg von Bergleuten aus dem massiven Salzstock gehauen wurden.

Ein Meer aus der Tiefe der Zeit

Das Salz in Transsilvanien entstand vor etwa 13,5 Millionen Jahren in einem flachen, warmen Meer. Der hohe Salzgehalt des Wassers führte zu mächtigen Ablagerungen, die später unter Sedimenten begraben wurden. Der Druck dieser Schichten formte den massiven Salzstock, der am Rand des Beckens nach oben drängte. Bei Turda erreicht dieser Körper eine Höhe von rund 1.200 Metern. Wo er nahe an die Oberfläche gelangte, öffnete sich der Raum für spätere Abbaustellen.

Frühe Spuren des Abbaus

Archäologische Funde zeigen, dass Salz in Durgău-Turda bereits im ersten vorchristlichen Jahrhundert gewonnen wurde. Der Abbau wurde in der römischen Zeit ab dem Jahr 106 intensiviert. Die Römer schnitten quadratische Schächte in den Untergrund, erreichten Tiefen bis zu 15 Metern und arbeiteten mit einfachen Hebezeugen. Die Nähe zum Legionslager Potaissa bot Schutz und erleichterte die Organisation. Nach der römischen Aufgabe des Landstrichs im Jahr 274 fehlen schriftliche Belege für mehrere Jahrhunderte. Erst im Jahr 1075 erscheint die Zollstelle für das Salz von Turda in einer Urkunde. Im 13. Jahrhundert werden die Ocne von Durgău-Turda ausdrücklich erwähnt.

Ausbau unter den Landesherren

Zwischen dem 15. und dem 18. Jahrhundert entstanden mehrere Gruben im Gebiet von Durgău. Sie trugen Namen wie Katalin, Horizont oder Joseph. In dieser Zeit bildeten sich die typischen unterirdischen Räume, deren Wände im Schein der Lampen große Höhen erreichten. Die Arbeitsweise blieb aufwendige Handarbeit, bei der Salzblöcke herausgelöst und über einfache Zugvorrichtungen nach oben gebracht wurden.

Mit dem Übergang an die Habsburger im späten 17. Jahrhundert erhielt der Abbau neue Aufmerksamkeit. Gruben wie Terezia, Anton oder Cojocneană kamen hinzu. Ihre Kammern erhielten meist ein glockenartiges Profil, andere wie Rudolf oder Ghizela folgten einem trapezförmigen Grundriss. Zeitgenössische Aufzeichnungen aus dem 18. Jahrhundert nennen Durchmesser, Höhen und Arbeitskräfte. Einige Gruben mussten wegen der Gefahr von Einstürzen aufgegeben werden. In solchen Fällen entstanden später kleine Salzseen, die heute noch in der Umgebung liegen.

Wege durch den Berg

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann der Bau der Franz Josef Galerie. Sie sollte den Abtransport erleichtern und verband die Kammern über einen fast kilometerlangen Stollen. Er misst 917 Meter und zeigt bis heute Spuren der Werkzeuge. In den Fels wurde ein Akrostichon eingearbeitet, das an die damalige Verwaltung erinnert.

Stillstand und Neuanfang

Im frühen 20. Jahrhundert erwies sich die Anlage als technisch überholt. Die Förderung war gering und der Transport wenig wirtschaftlich. 1932 wurde der Abbau eingestellt. Die großen Hohlräume der Gruben Iosif, Rudolf, Terezia, Ghizela und Anton blieben erhalten.

Seit 1992 ist Salina Turda für Besucher geöffnet. Viele historische Vorrichtungen stehen noch an ihrem Platz. Dazu gehören die Schmiede, der hölzerne Drehkran und die feine Holztreppe, die früher den Abstieg erleichterte. In der Kammer Terezia liegt ein unterirdischer See, der heute für kleine Boote genutzt wird.

Zwischen 2009 und 2010 wurde die Anlage umfassend restauriert. Neue Wege, Plattformen und ein kleiner Panoramaraum ergänzen seitdem den Rundgang. Ein Verbindungstunnel macht inzwischen auch die Iosif Kammer zugänglich. Bei einem Gang durch die Räume zeigen sich Rillen und Schürfspuren an den Wänden. Sie verweisen auf lange Arbeitsprozesse und auf die Bewegungen des Salzes selbst, das im Laufe der Zeit feine kristalline Ablagerungen bildet.


Bildnachweis

Alles eigene Aufnahmen.

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