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Kampfsport bei den antiken olympischen Spielen

In Olympia versammelten sich die stärksten und geschicktesten Männer Griechenlands, um sich in Wettkämpfen zu messen. Die Spiele folgten einer Vorstellung von körperlicher Übung, die auf Disziplin, Ausdauer und Mut zielte: Tugenden, die auch im Krieg gefordert waren.

Die ersten Olympischen Spiele fanden 776 v. Chr. statt. Damals gab es nur den Stadionlauf über etwa 192 Meter. Erst Jahrzehnte später kamen Schwerathletik-Disziplinen hinzu: Ringen ab 708 v. Chr., Faustkampf ab 688 v. Chr. und das Pankration, ein Allkampf, ab 648 v. Chr.

Ringen (Pale)

Ringkampf, Münze aus der Zeit zwischen 400 und 370 v. Chr.

Das Ringen war die älteste Kampfsportart im olympischen Programm. Gewichtsklassen gab es nicht, nur Altersstufen wie Knaben und Männer. Ziel war es, den Gegner dreimal zu Boden zu werfen. Welche Kriterien dafür galten, ist nicht eindeutig belegt. Wahrscheinlich mussten Rücken oder Schulter den Boden berühren, einige Quellen erwähnen auch eine bloße Knieberührung.

Schläge, Würgegriffe und Gelenkhebel waren verboten. Schwere Athleten hatten durch ihr Gewicht klare Vorteile. Das konnte Kämpfe verlangsamen und zu ungesunder Gewichtszunahme führen. Berühmt wurde der ergebnislose Kampf zwischen dem massigen Milo und dem technisch versierten Timasitheos. Der eine zu schwerfällig, der andere zu leicht für einen entscheidenden Wurf.1

Faustkampf (Pyx)

Faustkämpfer, Kopie von Quirinals Werk aus dem 1. Jhdt. v. Chr.

Im Faustkampf waren auch leichtere Kämpfer erfolgreich. Die Athleten banden Lederstreifen (himantes) um ihre Hände. Diese schützten zunächst die Fäuste, später wurden sie härter und kantiger, was die Schläge gefährlicher machte. Es gab keinen Boxring und keine Zeitbegrenzung. Punkte wurden nicht gezählt – der Kampf endete mit Aufgabe oder Kampfunfähigkeit des Gegners.

Pankration

Das Pankration vereinte Ringen, Faustkampf und Bodenkampf. Schlagriemen wurden nicht verwendet, was den Kampfstil stark veränderte. Die Nähe zum Ringen war groß, wie Doppel-Olympiasiege in beiden Disziplinen zeigen. Erlaubt war fast alles, nur Beißen und Augenstechen waren verboten.

Die Spartaner

Spartanische Athleten traten bei den Olympischen Spielen ausschließlich im Ringen an. Der Grund dafür könnte in der besonderen Bedeutung des Aufgebens gelegen haben. In Sparta galt dies als entehrend – und in Faustkampf oder Pankration war eine Aufgabe oft der einzige Ausweg aus einer Niederlage. Ob diese Erklärung allein zutrifft, bleibt offen.


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Kyle, Donald G. (2014): Sport and Spectacle in the Ancient World – Standardwerk zur Geschichte des antiken Sports.*

Bildnachweis

Titel: Pankration, Terrakotta-Panathenäische Preisamphore, ca. 500 v. Chr.

Münze: Wikimedia Commons, Marie-Lan Nguyen.

Fauskämpfer: Wikimedia Commons, MatthiasKabel.

  1. Die Episode wird bei Pausanias überliefert und mag anekdotisch sein. ↩︎

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