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Karthago – Eine Handelsmacht im Mittelmeer

Ursprünge und Expansion

Karthagos Ruinen heute

Karthago entstand im 9. Jahrhundert vor Christus als phönizische Gründung an der Küste des heutigen Tunesien. Der Ort war ideal gewählt: Eine gut geschützte Bucht, fruchtbares Umland und die Nähe zu den Handelsrouten zwischen Tyros, Sizilien und dem westlichen Mittelmeer. Aus diesem Stützpunkt entwickelte sich eine Macht, die bald eigene Kolonien anlegte und andere phönizische Siedlungen in ihre Einflusssphäre zog. Karthago besetzte strategische Positionen wie Sardinien, Teile Korsikas und die Balearen, erweiterte sein Netz bis in den Süden der Iberischen Halbinsel und kontrollierte wichtige Knotenpunkte an der nordafrikanischen Küste.

Handelsmacht und wirtschaftliche Basis

Karthagos Einflusssphäre vor dem 1. Punischen Krieg, 264 v. Chr.

Karthagos Stärke beruhte auf seinem weitreichenden Handelsnetz. Von Nordafrika aus wurden Getreide, Olivenöl und Metalle exportiert, während aus Iberien Silber, aus Sardinien und Korsika Erze und aus dem Binnenland Afrikas Elfenbein und Sklaven kamen. Karthagische Händler drangen über Gibraltar hinaus in den Atlantik vor und erschlossen Märkte bis an die Westküste Afrikas. Die Stadt profitierte von ihrer Rolle als Vermittlerin zwischen verschiedenen Wirtschafts- und Kulturzonen.

Die Einnahmen aus dem Handel flossen nicht nur in den Ausbau der Flotte, sondern auch in die Finanzierung von Söldnerheeren, die für die Sicherung von Kolonien und Handelswegen nötig waren.

Flottenmacht und militärische Organisation

Karthago verfügte über eine der schlagkräftigsten Flotten des Mittelmeerraums. Die Kriegsschiffe sicherten Seewege, eskortierten Handelsschiffe und unterstützten Landoperationen. Anders als Athen setzte Karthago stark auf die Anwerbung fremder Besatzungen und die Kombination von maritimen und landgestützten Kräften. Stützpunkte auf Sardinien, Sizilien und in Südspanien bildeten ein Netzwerk von Versorgungsstationen und Vorposten, das den Aktionsradius der Flotte erheblich vergrößerte.

Konflikte und Niedergang

Karthagos Expansion führte zwangsläufig zu Konflikten mit anderen Mächten. Die langwierigen Auseinandersetzungen mit den Griechen auf Sizilien und später die Punischen Kriege gegen Rom zeigen die Grenzen einer Seemacht, die sich zugleich auf ein heterogenes Kolonialreich stützte. Roms Aufstieg und seine Fähigkeit, selbst eine konkurrenzfähige Flotte aufzubauen, entzogen Karthago im 3. und 2. Jahrhundert vor Christus die maritime Vorherrschaft. Mit der Zerstörung der Stadt im Jahr 146 vor Christus endete die karthagische Thalassokratie.


Carthago Nova – heute Cartagena in Spanien. Mosaik, 1970

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Bildnachweis

Titel: Karthago-Modell, National Museum. Wikimedia Commons, damian entwistle.

Ruinen Karthago: Wikimedia Commons, Calips.

Karte: gemeinfrei.

Carthago Nova: Wikimedia Commons, P4K1T0.

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