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Der Adler ist gelandet – Die Mondlandung 1969

„Houston, hier ist Tranquility Base. Der Adler ist gelandet!“ Mit diesen Worten beendete Neil Armstrong am 20. Juli 1969 um 20:17 Uhr UTC die Ungewissheit in den Kontrollzentren der NASA und an den Bildschirmen weltweit. Es war der Moment, in dem die Vision eines verstorbenen Präsidenten zur physischen Realität wurde.

Das Ziel im Blick: Vom Wettlauf zur Mission

Kennedy Space Center, 2010

Der Weg zum Mond war kein rein wissenschaftliches Unterfangen, sondern eine direkte Antwort auf die sowjetischen Erfolge im All. Nachdem die Sowjetunion mit Sputnik 1 und Juri Gagarin die Führung übernommen hatte, forderte US-Präsident John F. Kennedy 1961 sein Land heraus, noch vor Ende des Jahrzehnts einen Menschen sicher zum Mond und zurückzubringen. Die NASA entschied sich für das Prinzip des Mondumlaufbahn-Rendezvous: Eine große Rakete brachte das gesamte Gespann zum Mond, doch nur ein kleiner Teil – das Landeschiff – sollte absteigen, während das Mutterschiff oben wartete. Für die Rückkehr mussten sich beide Teile in der Umlaufbahn wieder treffen und aneinanderkoppeln.

Armstrong, Collins, Aldrin

Für diese Expedition wählte die Behörde drei Männer aus, die unter extremem Druck kühlen Kopf bewahren mussten. Kommandant Neil Armstrong war als ehemaliger Testpilot für seine Gelassenheit bekannt. Buzz Aldrin brachte als Spezialist das Wissen für die schwierigen Kopplungsmanöver mit, während Michael Collins als Pilot der „Columbia“ die Verbindung zur Heimat hielt.

Ein kritischer Abstieg: Computerfehler und Geröllfelder

Der heikelste Teil begann, als Armstrong und Aldrin in die Landefähre umstiegen und sich vom Mutterschiff trennten. Die „Eagle“ bestand aus zwei Teilen: einer massiven Abstiegsstufe mit den Landebeinen und einer darauf sitzenden Aufstiegsstufe für die spätere Rückkehr. Während des Sinkflugs meldete der Computer plötzlich die Fehlercodes „1201“ und „1202“. Das System war überlastet. In Houston mussten die Flugleiter binnen Sekunden entscheiden: Weitermachen oder Abbruch? Da die Steuerung stabil blieb, gaben sie das Signal zur Landung.

Beim Blick aus dem Fenster sah Armstrong jedoch eine neue Gefahr: Der Autopilot steuerte das Schiff direkt in ein Kraterfeld, das mit haushohen Felsen übersät war. Er griff zur Handsteuerung, kippte die Eagle nach vorne und ließ sie über das Hindernis hinwegschweben. Erst 500 Meter weiter westlich fand er eine sichere Stelle. Als die Landestützen den Boden berührten, war die Treibstoffanzeige bereits in den roten Bereich gesunken.

Der erste Schritt: Ein globaler Moment

Die Astronauten verzichteten auf die geplante Ruhepause und bereiteten sofort den Ausstieg vor. Um 02:56 Uhr UTC am 21. Juli setzte Neil Armstrong seinen linken Fuß auf den Boden. Sein berühmter Satz – „ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit“ – erreichte über die Live-Übertragung etwa 600 Millionen Menschen.

Auf der Oberfläche arbeiteten die Männer ein straffes Programm ab. Sie bauten einen Laserreflektor auf, der bis heute Lichtstrahlen von der Erde zurückwirft, und sammelten 21,6 Kilogramm Gesteinsproben. Buzz Aldrin dokumentierte dabei genau, wie sich der Regolith – so der Fachbegriff für die lockere Gesteinsschicht des Mondes – unter ihren Tritten verhielt. Nach zweieinhalb Stunden kehrten sie in die schützende Kabine zurück.

Die Rückkehr der Pioniere

Kapsel der Apollo 11, ausgestellt im Kennedy Space Center, 2010

Der Rückstart vom Mond war die letzte große Hürde. Das Triebwerk der Aufstiegsstufe musste beim ersten Versuch zünden, da es kein Ersatzsystem für diesen Motor gab. Nach dem erfolgreichen Aufstieg trafen sie in der Umlaufbahn wie geplant auf Michael Collins. Die Eagle hatte ihren Dienst erfüllt und wurde im Orbit zurückgelassen.

Die Reise endete am 24. Juli 1969 mit der Wasserung im Pazifik. Um auszuschließen, dass unbekannte Keime eingeschleppt wurden, verbrachten die Rückkehrer die ersten drei Wochen in einer isolierten Quarantäne. Apollo 11 hatte bewiesen, dass der Mensch die Grenze zu einem anderen Himmelskörper überschreiten kann. Ob dieser Erfolg den Weg für eine dauerhafte Präsenz im All geebnet hat oder ein einmaliges Ereignis des 20. Jahrhunderts bleibt, wird sich bei künftigen Missionen zum Mars zeigen.


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Bildnachweis

Titel: Neil Armstrong auf dem Mond.

Alles eigene Aufnahmen oder gemeinfrei.

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