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Städte gegen einen König – Köln 1367 und Stralsund 1370

Am 19. November 1367 sitzen Gesandte aus zahlreichen Hansestädten und verbündeten Orten in Köln über Listen und Rechnungen. Neben jedem Stadtnamen wird festgehalten, wie viele Schiffe und Bewaffnete er stellen soll. Ein gemeinsamer Zoll soll das Unternehmen bezahlen.

Fünf Jahre nach der Niederlage von Helsingborg bereiten die Städte einen neuen Krieg gegen den dänischen König Waldemar IV. vor. Diesmal wollen sie die Kosten und Pflichten vorher genau verteilen.

Von der Niederlage zum Bündnis

Waldemar hat seine Stellung seit der Eroberung Gotlands im Jahr 1361 weiter ausgebaut. Er kontrolliert wichtige Meerengen und kann den Handel zwischen Nordsee und Ostsee empfindlich treffen. Zugleich geraten die Vorrechte der deutschen Kaufleute in Dänemark und auf den schonischen Heringsmärkten unter Druck.

Der erste Feldzug gegen ihn ist 1362 vor Helsingborg gescheitert. Zwölf große Koggen gingen verloren, der Lübecker Bürgermeister Johann Wittenborg wurde später hingerichtet. Die beteiligten Städte mussten ihre Flotten neu aufbauen und Entschädigungen für verlorene Schiffe aufbringen.

In den folgenden Jahren setzt Waldemar seine Politik fort. Beschlagnahmte Waren und bedrohte Handelswege sorgen erneut für Beschwerden. Den Städten wird klar, dass einzelne Verhandlungen den König kaum beeindrucken.

Ihre Gesandten treffen sich deshalb in Köln. Der Ort liegt fern vom Öresund, verbindet aber die Kaufleute des Ostseeraums mit den Städten am Rhein und an der Nordsee. Das dort geschlossene Bündnis geht als Kölner Konföderation in die Geschichte ein.

Jede Stadt erhält eine Rechnung

Die Konföderation legt fest, welchen Beitrag die Teilnehmer leisten müssen. Wohlhabende Hafenstädte stellen mehrere Schiffe, kleinere Orte zahlen Geld oder entsenden Kämpfer. Wer seine Zusage nicht erfüllt, muss mit einer Strafe rechnen.

Zur Finanzierung führen die Verbündeten einen Pfundzoll ein. Auf eingeführte und ausgeführte Waren wird eine Abgabe erhoben, deren Höhe sich nach ihrem Wert richtet. Damit bezahlen die Städte Mannschaften und Ausrüstung. Der Krieg wird unmittelbar aus dem Handel finanziert, den er schützen soll.

Die Vereinbarung verlangt auch von den Kaufleuten Opfer. Jede zusätzliche Abgabe schmälert ihren Gewinn. Zugleich wissen sie, dass eine dänische Sperre des Öresunds ganze Ladungen gefährden kann. Der Pfundzoll verteilt das Risiko auf viele Händler und mehrere Häfen.

Der Angriff auf Dänemark

Waldemar IV. Atterdag, 14. Jhdt.

Im Frühjahr 1368 beginnt der Krieg. Waldemar hat Dänemark um Ostern bereits verlassen, um Unterstützung bei befreundeten Fürsten zu suchen. Die Regierung des Königreichs liegt während seiner Abwesenheit beim dänischen Reichsrat.

Die Flotte der Konföderation fährt in den Öresund und greift dänische Stützpunkte an. Kopenhagen wird erobert. Seine Burg halten die Verbündeten zunächst besetzt und schleifen sie 1369. Gleichzeitig setzen sie Dänemark auf dem Festland und in Schonen unter Druck.

Die zurückgelassenen Kräfte reichen nicht aus, um die Gegner auf See zurückzuschlagen. Mehrere dänische Küstenplätze werden besetzt, während dem Königreich Einnahmen aus dem Handel entgehen. Der Reichsrat beginnt schließlich mit Friedensverhandlungen.

Für die Städte zahlt sich die sorgfältige Vorbereitung aus. Ihre Schiffe können länger im Einsatz bleiben, weil Nachschub und Sold bezahlt werden.

Der Frieden von Stralsund

Im Mai 1370 einigen sich die Gesandten in Stralsund. Dänemark bestätigt die Handelsrechte der beteiligten Städte und gewährt ihnen Entschädigungen. Die Kaufleute erhalten wieder freien Zugang zu den Märkten des Königreichs.

Als Sicherheit überlässt die dänische Seite den Städten für fünfzehn Jahre mehrere Festungen am Öresund. Dazu gehören Helsingborg und Malmö sowie die Burgen bei den Heringsmärkten von Skanör und Falsterbo. Ein großer Teil der dort erhobenen Einnahmen fließt während dieser Zeit an die Verbündeten.

Dänemark behält seine Krone und seine Herrschaft. Die Städte erhalten zeitlich begrenzte Pfänder, mit denen sie ihre Ansprüche absichern und den Zugang zum Öresund überwachen können.

Unter den Vertragsurkunden von Stralsund hängen die Siegel der Verhandlungsführer. Nach der Unterzeichnung brechen städtische Beauftragte nach Schonen auf, um die überlassenen Burgen und ihre Kassen zu übernehmen.


Zum Weiterlesen

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Hammel-Kiesow, R. (2025): Die Hanse.*

Wubs-Mrozewicz, J.; Jenks, S. (Hrsg.) (2013): The Hanse in Medieval and Early Modern Europe.*

Bildnachweis

Titel: Urkunde Friede von Stralsund. Exponate im Kulturhistorischen Mseum in Stralsund. Wikimedia Commons, Klugschnacker. CC BY-SA 2.5.

Alle weiteren Bilder gemeinfrei.

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