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Ein Kalif in Córdoba

928 kapituliert Bobastro. Von der Bergfestung südlich von Córdoba aus hatte die Familie Ibn Hafsūn jahrzehntelang gegen die Umayyaden gekämpft. Ihr Anführer Umar ist bereits gestorben, doch seine Söhne haben den Widerstand fortgesetzt. Emir Abd ar-Rahman III. lässt die Anlage zerstören und seinen Sieg in den großen Moscheen seines Herrschaftsbereichs verkünden.

Der Sieg über Bobastro

Als Abd ar-Rahman 912 die Regierung übernimmt, reicht die Macht Córdobas kaum über die Stadt und ihr Umland hinaus. Mehrere regionale Herrscher verweigern ihm den Gehorsam. Der neue Emir zieht gegen ihre befestigten Orte und gewinnt nach und nach Gebiete zurück, die seine Vorgänger verloren hatten.

Bobastro ist dabei ein besonders wichtiger Gegner. Abd ar-Rahman stellt die Einnahme der Festung als Beleg dafür dar, dass er den langen Aufständen ein Ende setzen kann. In seiner Siegesbotschaft beschreibt er die Feldzüge, die der Kapitulation vorausgingen. Den militärischen Erfolg nutzt er, um größere Autorität zu beanspruchen.

Ein neuer Titel

Anfang 929 lässt Abd ar-Rahman seinen Statthaltern eine Anordnung schicken. Sie sollen ihn künftig „Befehlshaber der Gläubigen“ nennen: Er beansprucht den Titel eines Kalifen. Auch beim Freitagsgebet in den Moscheen soll sein Name mit diesem Titel genannt werden. Später im selben Jahr lässt er in Córdoba Goldmünzen in seinem Namen prägen.

Seine Vorfahren hatten in Damaskus als Kalifen geherrscht. Seit Abd ar-Rahman I. 756 die Macht in Córdoba übernommen hatte, trugen die dortigen Umayyaden jedoch den Titel Emir. Mit der Entscheidung von 929 erhebt Abd ar-Rahman III. nun selbst Anspruch auf die Führung der muslimischen Gemeinschaft.

Diesen Anspruch erheben auch die Abbasiden in Bagdad und die Fatimiden in Nordafrika. Besonders die Fatimiden sind für Córdoba ein unmittelbarer Rivale: Ihre Herrscher nennen sich ebenfalls Kalifen und suchen Verbündete westlich ihres Machtzentrums im heutigen Tunesien. Abd ar-Rahman wirbt seinerseits um die Unterstützung nordafrikanischer Berberfürsten.

931 besetzen seine Truppen Ceuta an der afrikanischen Seite der Meerenge von Gibraltar. Die Konkurrenz der Kalifen spielt sich nun auch an den Küsten gegenüber von al-Andalus ab.


Abd al-Rahman III. empfängt einen Gesandten von Otto I.

Zum Weiterlesen

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Collins, R. (1989): The Arab Conquest of Spain, 710–797.* Untersuchung der Eroberung und der ersten Jahrzehnte muslimischer Herrschaft.

Vones, L. (1993): Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter (711–1480). Reiche – Kronen – Regionen.* Überblick über die unterschiedlichen Herrschaftsräume der Halbinsel.

Bildnachweis

Titel: Ruinen von Borbastro. Wikimedia Commons, Ziegler175. CC BY-SA 3.0.

Alle weiteren Bilder gemeinfrei.

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