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Das Kalifat von Córdoba zerfällt

Im Februar 1009 setzen Aufständische in Córdoba den Kalifen Hischam II. ab. Sein mächtigster Minister ist mit dem Heer unterwegs. Als er zurückkehrt, wird er getötet. Damit beginnt ein Bürgerkrieg, in dem immer neue Bewerber um den Kalifenthron kämpfen.

Die Macht hinter dem Kalifen

Al-Mansur in Algeciras

Hischam II. war 976 noch ein Kind, als er den Thron bestieg. In den folgenden Jahren übernahm sein Hofbeamter al-Mansur die Regierung und führte das Heer. Er festigte Córdobas Macht über die Provinzen und unternahm Feldzüge gegen die christlichen Reiche im Norden. 997 erreichte sein Heer Santiago de Compostela und plünderte die Stadt. Der Kalif behielt seinen Titel, während al-Mansur die Entscheidungen traf.

Nach al-Mansurs Tod 1002 regierte zunächst dessen älterer Sohn. Als auch er 1008 starb, trat sein Bruder Sanchuelo an seine Stelle. Er ließ sich von Hischam II. zum Nachfolger auf dem Kalifenthron bestimmen. Das empörte Angehörige der umayyadischen Familie, aus der die Kalifen bis dahin stammten. Während Sanchuelo auf Feldzug war, brach in Córdoba der Aufstand aus.

Krieg um Córdoba

Die Aufständischen erhoben einen anderen Umayyaden zum Kalifen. Doch schon im selben Jahr wurde er gestürzt. Rivalen sammelten Truppen, belagerten Córdoba und wechselten einander auf dem Thron ab. Einige suchten Unterstützung bei christlichen Fürsten; andere stützten sich auf Heeresverbände aus Nordafrika. Der Kampf um die Hauptstadt zog sich über Jahre hin.

Die Zerstörung erreichte auch die Palaststadt Medina Azahara, die Abd ar-Rahman III. bei Córdoba hatte errichten lassen. Sie wurde während des Bürgerkriegs geplündert. Für die Bewohner der Hauptstadt bedeuteten die Kämpfe Belagerungen und Gewalt; für die Provinzen schwand die Macht der Regierung, die sie zuvor von Córdoba aus beherrscht hatte.

Neue Herrscher in den Provinzen

Während in Córdoba um den Kalifentitel gestritten wurde, bauten regionale Machthaber eigene Reiche auf. Sie verfügten über Soldaten und erhoben selbst Abgaben. In Toledo entstand ein solches Reich, ebenso in Saragossa. Diese unabhängigen Herrschaften nennt man Taifa-Reiche.

1031 wurde Hischam III., der letzte umayyadische Kalif in Córdoba, abgesetzt. Das beendete die Herrschaft der Umayyaden über al-Andalus; der Zerfall ihres Reiches hatte längst begonnen. Der Kalifentitel blieb für manche Herrscher noch ein Mittel, um ihren Anspruch auf Macht zu begründen.

Die Taifa-Herrscher kämpften nun miteinander um Städte und Gebiete. Christliche Könige mischten sich in diese Konflikte ein und verlangten für ihre Hilfe Abgaben. Toledo geriet dadurch zunehmend unter den Einfluss der Könige von León und Kastilien.


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Vones, L. (1993): Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter (711–1480). Reiche – Kronen – Regionen.* Überblick über die unterschiedlichen Herrschaftsräume der Halbinsel.

Bildnachweis

Titel: Ausgrabungsstätte der Medina Azahara. Wikimedia Commons, Zarateman. CC BY-SA 3.0.

Statue: Wikimedia Commons, falconaumanni. CC BY-SA 3.0.

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