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Was die Helme von Pompeji über Gladiatoren verraten

Originaler Helm eines thraex aus Pompeji, 50–79 n. Chr.; Museo Archeologico Nazionale di Napoli.

Ein Greifenkopf sitzt auf dem Kamm eines Bronzehelms aus Pompeji. Unter der breiten Krempe schließt ein durchbrochenes Visier das Gesicht ein. Der Helm gehörte zur Ausrüstung eines thraex, eines Gladiatorentyps mit einer an thrakische Waffen angelehnten Bewaffnung. Das Stück entstand zwischen 50 und 79 n. Chr. und wurde in der Gladiatorenkaserne gefunden. Heute gehört es dem Archäologischen Nationalmuseum in Neapel. In der Münchner Ausstellung ließ sich seine Bauweise aus der Nähe betrachten.

Ausrüstung für einen bestimmten Gegner

Die Namen der Gladiatorengattungen bezeichneten in der Kaiserzeit vor allem festgelegte Ausrüstungen und Kampfweisen. Ein thraex musste deshalb nicht aus Thrakien stammen. Er kämpfte mit einem kleinen Schild und einer gekrümmten Klinge. Sein häufiger Gegner, der murmillo, führte einen großen Schild und ein gerades Kurzschwert. Die unterschiedlichen Reichweiten und geschützten Körperflächen verlangten voneinander abweichende Techniken. Das Publikum konnte an der Ausstattung erkennen, welches Duell es erwartete.

Ein kleiner Schild ließ mehr vom Körper offen. Hohe Beinschienen konnten die Unterschenkel schützen, während der große Schild eines murmillo bereits einen erheblichen Teil des Körpers deckte. Man kann die Schutzwirkung eines einzelnen Rüstungsteils daher erst verstehen, wenn man die übrige Bewaffnung mitdenkt.

Ein weiterer kammloser Helm ist auf dem fotografierten Münchner Schild als Helm eines contraretiarius oder provocator bezeichnet. Der contraretiarius trat gegen den Netzkämpfer, den retiarius, an; zum provocator gehörte dagegen unter anderem ein Brustschutz. Für den Gegner des Netzkämpfers hatte die glatte Form einen praktischen Zweck: Das Netz sollte an keinem Kamm Halt finden. Die alternative Zuordnung des einzelnen Stücks bleibt damit eine Frage der archäologischen Bestimmung.

Römischer Sieg auf dem Helm

Auf einem anderen Helm aus derselben Kaserne erscheint Roma, die Verkörperung Roms. Neben ihr knien unterworfene Menschen; weitere Gefangene stehen mit gebundenen Händen. Geflügelte Siegesgöttinnen begrenzen die Darstellung. Das Gesicht des Kämpfers verschwand hinter dem Visier, während über seiner Stirn Roms Herrschaft vorgeführt wurde. Der Besitzer dieses Helms bleibt namenlos. Die Reliefs erlauben keine Aussage darüber, ob er selbst einmal als Kriegsgefangener nach Italien gekommen war.

Helm mit breiter Krempe und figürlichem Dekor auf der Haube.

Helm eines murmillo aus Pompeji, zweite Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr.; Neapel. Die figürliche Verzierung zeigt Roma und unterworfene Gegner.

Das Visier schützte das Gesicht, während die Form des Helms den Zuschauern die Rolle des Kämpfers im Duell anzeigte. Auf derselben Rüstung führte der Bildschmuck Roms Siegesvorstellungen vor Augen. Die Zuordnung und Datierung beider Helme sind auf den fotografierten Münchner Objektschildern dokumentiert. Die Verschüttung Pompejis im Jahr 79 bewahrte diese Ausrüstung.


Zum Weiterlesen

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Futrell, Alison (2008): The Roman Games. Historical Sources in Translation.*

Junkelmann, Marcus (2000): Das Spiel mit dem Tod. So kämpften Roms Gladiatoren.*

Bildnachweise

Originaler Helm eines thraex aus Pompeji, 50–79 n. Chr.; Museo Archeologico Nazionale di Napoli. Eigene Aufnahme aus dem Projektbestand, München, 5. Dezember 2025. Eigene Aufnahme.

Helm eines murmillo aus Pompeji, zweite Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr.; Neapel. Die figürliche Verzierung zeigt Roma und unterworfene Gegner. Eigene Aufnahme aus dem Projektbestand, München, 5. Dezember 2025. Eigene Aufnahme.

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