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Mainz 1184 – Der Sturm über dem Hoftag

Auf den Rheinwiesen bei Mainz stehen im Mai 1184 Zelte und hölzerne Behelfsbauten. Kaiser Friedrich Barbarossa hat zu einem gewaltigen Hoffest geladen. Zu Pfingsten sollen seine Söhne Heinrich und Friedrich die Schwertleite empfangen, die feierliche Aufnahme in den Ritterstand.

Für die vielen Fürsten, Ritter und ihre Gefolge reichen die festen Gebäude der Stadt nicht aus. Auf den Wiesen entsteht deshalb für wenige Tage eine zusätzliche Siedlung aus Zelten und hölzernen Unterkünften. Selbst eine kaiserliche Kapelle wird dort errichtet.

Dann schlägt das Wetter um.

Ein Sturm fährt über die Rheinwiesen. Zelte brechen zusammen, Holzgebäude stürzen ein. Auch die kaiserliche Kapelle hält dem Wind nicht stand. Teilnehmer geraten unter die Trümmer.

Ein Fest für die Söhne des Kaisers

Friedrich Barbarossa hatte das Treffen bewusst groß angelegt. Seine beiden Söhne sollten vor den versammelten Großen des Reiches die Schwertleite empfangen. Der Kaiser verband damit ein Familienfest mit einer öffentlichen Demonstration seines Hofes.

Doch ein Fürst kam nicht allein. Mit ihm reisten Ritter, Diener und weitere Angehörige seines Gefolges. Je mehr Große der Einladung folgten, desto stärker wuchs die Zahl der Gäste auf den Rheinwiesen.

Für wenige Tage entstand so ein gewaltiges Hoflager. Die Pracht des Festes hing auch davon ab, wie viele Teilnehmer ein Herrscher zusammenbringen und versorgen konnte.

Der Sturm

Das Unwetter traf die Versammlung gegen Ende des Hoftags. Die Schäden gingen weit über umgeworfene Zelte hinaus. Mit der kaiserlichen Kapelle brachen weitere provisorische Gebäude zusammen.

Fünfzehn Menschen kamen dabei ums Leben.

Für Zeitgenossen gehörten solche Stürme zu den kaum beherrschbaren Gefahren. Chroniken berichten auch aus anderen Jahren von Wind, der Kirchendächer abriss oder fest gezimmerte Häuser beschädigte. In Mainz traf diese Naturgewalt jedoch auf eine ungewöhnlich große Versammlung und ein Lager, das nur für wenige Festtage errichtet worden war.

Was ein Hoftag brauchte

Das Unglück zeigt zugleich die praktische Seite eines solchen Treffens. Zahlreiche Gäste mussten untergebracht und versorgt werden. Gottesdienste verlangten geeignete Räume. Ein Hoffest dieser Größe erforderte daher umfangreiche Vorbereitungen, zusätzliche Unterkünfte und eigens errichtete Versammlungsorte.

1184 verwandelten sich die Rheinwiesen für kurze Zeit in einen Schauplatz kaiserlicher Repräsentation. Dort empfingen Barbarossas Söhne die Schwertleite, während sich die Großen des Reiches mit ihren Gefolgen um den Kaiser versammelten.

Am Ende genügte ein einziges Unwetter, um einen Teil dieser für wenige Tage geschaffenen Welt wieder niederzureißen.


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Bildnachweis

Titel: Friedrich Barbarossas Reichfest in Mainz 1184

Alle Bilder gemeinfrei.

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