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Der Feldzug des Aulus Plautius im Jahr 43 n. Chr.

Im Jahr 43 n. Chr. soll Aulus Plautius mit einem römischen Heer nach Britannien übersetzen. Noch in Gallien weigern sich Soldaten zunächst, die Schiffe zu besteigen. Der Feldzug beginnt erst, nachdem die Führung den Widerstand überwunden hat. So schildert es der antike Geschichtsschreiber Cassius Dio, der allerdings erst mehr als anderthalb Jahrhunderte später darüber schreibt. Schon der Auftakt zeigt, wie vorsichtig sich die Ereignisse dieses Jahres rekonstruieren lassen.

Ein Krieg mit Vorgeschichte

Rom hatte schon vor dem Feldzug Verbindungen nach Britannien. Caesar hatte die Insel knapp hundert Jahre zuvor zweimal mit Truppen erreicht. Seitdem gingen Waren über den Kanal; britische Herrscher pflegten Beziehungen zum Kaiserhaus.

Einer der mächtigsten von ihnen war Cunobelinus. Sein Herrschaftsgebiet hatte einen wichtigen Mittelpunkt bei Camulodunum, dem heutigen Colchester. Nach seinem Tod traten seine Söhne Caratacus und Togodumnus als Gegner Roms hervor. Zugleich suchte ein aus Britannien vertriebener Herrscher, wohl Verica, römische Unterstützung. Für Claudius bot diese Bitte einen Anlass zum Eingreifen.

Plautius setzt über

Caratacus vor Claudius, 18. Jhdt.

Plautius führte mehrere Legionen und Hilfstruppen nach Britannien. Wo sie landeten, überliefern die antiken Autoren nicht. Richborough an der Küste von Kent gilt seit Langem als möglicher Ankunftsort. Auch eine Landung weiter westlich wird diskutiert. Bei Richborough fanden Archäologen Gräben mit Funden aus der Zeit des Claudius. Ob das Heer dort 43 an Land ging, bleibt dennoch offen.

Nach Cassius Dio schlug Plautius zunächst die Truppen des Caratacus, dann jene des Togodumnus. Anschließend musste das römische Heer Flüsse überwinden. Den ersten benennt Dio nicht; häufig wird er mit dem Medway gleichgesetzt. Sicher genannt ist erst die Themse. Dort erschwerten Wasser und sumpfiges Gelände den Übergang. Togodumnus starb im Verlauf der Kämpfe. Caratacus entkam und setzte den Widerstand später fort.

Dios Bericht liefert eine Abfolge, aber keinen verlässlichen Marschplan. Wer jeden Kampf auf einer heutigen Karte mit einem genauen Ort versieht, behauptet mehr, als die Überlieferung hergibt.

Der Kaiser kommt nach Britannien

Nach dem Vorstoß bis zur Themse hielt Plautius inne und ließ Claudius rufen. Für den Kaiser war der Feldzug auch in Rom von Bedeutung: Die Prätorianer hatten ihn erst zwei Jahre zuvor zur Herrschaft gebracht, und 42 hatte sich ein Statthalter gegen ihn erhoben. Nun bot sich ihm die Gelegenheit, einen eigenen militärischen Sieg vorzuweisen.

Claudius reiste über Gallien zum Heer. Gemeinsam rückten die Römer nach Camulodunum vor, dem Machtzentrum der Gegenseite. Britische Herrscher unterwarfen sich, und Claudius konnte die Einnahme des Ortes als seinen Sieg darstellen.

Die antiken Berichte setzen unterschiedliche Akzente. Cassius Dio schreibt Claudius noch Kämpfe in Britannien zu. Der römische Biograf Sueton beschreibt dessen Aufenthalt dagegen als einen Erfolg ohne Schlacht. Beide stimmen darin überein, dass der Kaiser nur kurz auf der Insel blieb. Dio nennt sechzehn Tage. Die weitere Kriegführung überließ Claudius dem Plautius.

In Rom wurde der Feldzug gefeiert. Der Senat bewilligte dem Kaiser einen Triumph; auch sein Sohn erhielt den Ehrennamen Britannicus. Die Siegesbotschaft war klar. Die Lage in Britannien war es weniger.

Nach dem Triumph

Bei Camulodunum errichteten die Römer ein Legionslager. Von dort aus konnten sie das eroberte Gebiet sichern und weitere Vorstöße vorbereiten. Schon die Existenz dieses Lagers macht deutlich, dass der Auftritt des Kaisers den Feldzug nicht beendete. Caratacus kämpfte weiter, und in anderen Teilen der Insel mussten römische Befehlshaber ihre Herrschaft erst durchsetzen.

Wenige Jahre später wurde aus dem Militärstandort bei Camulodunum eine Siedlung für Veteranen.


Zum Weiterlesen

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Manley, John (2002): AD 43: The Roman Invasion of Britain: A Reassessment.
Rogers, Adam (2015): The Archaeology of Roman Britain: Biography and Identity.

Bildnachweis

Titel: Römische Festungsanlage bei Richborough. Wikimedia Commons, Des Blenkinsopp. CC BY-SA 2.0.

Karte: Abgewandelt nach: Wikimedia Commons, User my work – Based on Jones & Mattingly’s Atlas of Roman Britain. CC BY-SA 3.0.

Alle weiteren Bilder gemeinfrei.

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