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Aponte und die Erhebungen von 1812

Am 24. März 1812 durchsuchten Beamte das Haus von José Antonio Aponte vor den Mauern Havannas. Aponte saß seit fünf Tagen in Haft. In einer Holzkiste, verborgen in einer Kleidertruhe, fanden sie ein Buch, das er mit Bildern gestaltet hatte. Der freie schwarze Tischler hatte früher in einer Miliz gedient. Nun verdächtigten ihn die Behörden, Angriffe gegen die Sklaverei bei Havanna mitgeplant zu haben. Das Buch wollten sie als Beweis verwenden.

Freiheit als Möglichkeit

Kubas Pflanzer vergrößerten ihre Zuckerrohrfelder und ließen dafür immer mehr Menschen aus Afrika verschleppen. Zugleich wussten freie und versklavte Schwarze, was auf der Nachbarinsel geschehen war: Aus dem Aufstand gegen die französische Kolonialherrschaft war 1804 Haiti hervorgegangen, ein unabhängiger Staat ohne Sklaverei. Auf Kuba kursierte außerdem das Gerücht, Abgeordnete in Spanien hätten die Befreiung bereits beschlossen und die Pflanzer hielten die Nachricht zurück.

Anfang 1812 erhoben sich versklavte Menschen bei Puerto Príncipe, dem heutigen Camagüey, auf mehreren Plantagen. Im Februar wurde in Bayamo ein geplanter Angriff verraten. Für Kontakte zwischen den Aufständischen im Osten und Apontes Gruppe in Havanna fehlen sichere Belege.

Wege zwischen Havanna und den Plantagen

Bei Havanna lassen sich solche Verbindungen genauer fassen. Fuhrleute brachten Zucker von den Plantagen in die Stadt und nahmen auf ihren Fahrten Nachrichten mit. Antonio Cao, der auf der Plantage Peñas Altas versklavt war, übernachtete bei Besuchen in Havanna in Apontes Haus.

Dort trafen sich freie Schwarze und versklavte Männer, um über eine Erhebung zu sprechen. Nach den späteren Verhören wollten Beteiligte Plantagen angreifen und Waffen aus Havannas Festungen holen. Aponte war damit in die Vorbereitungen bei Havanna eingebunden.

Der Angriff auf Peñas Altas

Mitte März zog Juan Barbier mit Gefährten zu den Zuckerplantagen außerhalb Havannas. Er trug eine blaue Uniform und gab sich als Jean-François aus, einen bekannten Heerführer der Revolution auf Haiti. Vor versklavten Arbeitern las er auf Französisch aus einem Blatt vor, das er als Befehl seines Königs zum Kampf gegen die Sklaverei ausgab. Tatsächlich handelte es sich um die gedruckte Anzeige eines Schreibwarenhändlers aus Philadelphia.

Auf Peñas Altas setzten Aufständische Gebäude in Brand. Sie töteten fünf weiße Bewohner, darunter zwei Kinder. Danach teilten sie sich auf, um weitere Plantagen in der Umgebung anzugreifen. Auch dort brannten Zuckerrohrfelder; auf einem Gut wurden weitere Menschen getötet. Koloniale Truppen und bewaffnete Anwohner schlugen die Angriffe schließlich zurück. Beteiligte flohen ins Umland, während die Behörden nach ihnen suchten.

Die Bilder und das Urteil

José Antonio Aponte, 1808

Das beschlagnahmte Buch untersuchten die Ermittler nun Seite für Seite. Nach den erhaltenen Beschreibungen zeigte es unter anderem schwarze Herrscher und Soldaten. Es enthielt auch Ansichten von Havanna und seinen Befestigungen. Aponte hatte das Werk anderen Beteiligten gezeigt. Die Ermittler sahen besonders in den Darstellungen der Festungen einen Hinweis auf die geplante Beschaffung von Waffen.

An drei Tagen musste Aponte die Seiten erklären. Was wir darüber wissen, stammt vor allem aus diesem Verhör: Das Original verschwand. Die Aussagen über die Planung entstanden zudem unter dem Druck eines Verfahrens, in dem den Beschuldigten der Tod drohte.

Auf der ganzen Insel ermittelten die Behörden gegen mehr als 350 Menschen im Zusammenhang mit den Erhebungen; 34 wurden hingerichtet. Aponte erklärten sie wegen seiner Verbindung zu den Plänen bei Havanna zum Anführer. Er und Barbier starben am 9. April 1812 am Galgen. Apontes Kopf ließen die Behörden zur Abschreckung an einer Straßenkreuzung in Havanna ausstellen. Die Vorgänge im Osten und bei Havanna fassten sie unter seinem Namen zusammen. Von seinem Buch blieben die Fragen der Vernehmer und die protokollierten Antworten.


Zum Weiterlesen

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Ferrer, A. (2022): Cuba: An American History.* Darstellung der Eroberung im Zusammenhang mit der frühen Geschichte der Karibik.

Bethell, L. (Hg.) (2009): Cuba: A Short History.* Der Beitrag von Hugh Thomas behandelt die Besatzung und die Entwicklung der kubanischen Zuckerwirtschaft.

Bildnachweis

Titel: Zucker-Plantage, Gemälde von 1874.

Alle Bilder gemeinfrei.

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