Axayacatls Vorstoß nach Westen endete in einer schweren Niederlage. In den 1470er Jahren scheiterten die Truppen des Herrschers von Tenochtitlan am Widerstand der Purépecha, die in älteren Darstellungen häufig Tarasken genannt werden. Die Datierung schwankt zwischen den Darstellungen; oft wird 1479 genannt. Nach erfolgreichen Kriegen im Tal von Mexiko trafen die Mexica auf ein weiteres großes Herrschaftsgebiet.
Zwei Herrschaftsgebiete nähern sich
Westlich des Seebeckens hatte Axayacatl seinen Einfluss im Tal von Toluca ausgedehnt. Dort lagen matlatzinkische Gemeinden zwischen der Expansion Tenochtitlans und dem Machtbereich der Purépecha. Die Unterwerfung solcher Orte veränderte daher mehr als deren Tributpflicht: Sie verschob die Beziehungen zwischen zwei größeren Herrschaftsgebieten.
Das Reich der Purépecha hatte sein Zentrum am Pátzcuaro-See in Michoacán. Seine Herrscher verfügten über abhängige Gemeinden und konnten eigene Truppen aufbieten. Der westliche Nachbar war weder ein abgelegener Einzelort noch Teil einer ohnehin von Tenochtitlan beherrschten Nahua-Welt.
Für den Vorstoß hatte Axayacatl zunächst Gemeinden zwischen beiden Machtbereichen unterworfen. Auf weiteren Feldzügen konnte er üblicherweise dort Nahrung und zusätzliche Krieger verlangen. Gegen die Purépecha gelang diese Fortsetzung des Vorgehens nicht: Deren Herrscher konnten ihrerseits die Kräfte eines größeren Gebiets zusammenführen. Axayacatls Truppen mussten nach der Niederlage den Rückzug antreten. Überlieferte Heereszahlen und dramatische Einzelheiten erlauben keine genaue Rekonstruktion der Schlacht.

Was die Niederlage erkennen lässt
Damit blieb im Westen eine Grenze bestehen, hinter der Tenochtitlan keine regelmäßigen Abgaben durchsetzen konnte. Der Unterschied war wirtschaftlich bedeutsam. Ein Sieg, auf den dauerhafte Lieferungen folgten, konnte die eingesetzten Mittel später vermehren. Ein gescheiterter Feldzug kostete Menschen und Versorgung, ohne eine entsprechende Einnahmequelle zu schaffen.
Axayacatl führte danach in anderen Regionen weitere erfolgreiche Feldzüge. Im Westen blieb dagegen ein mächtiger Nachbar bestehen, der eigene Entscheidungen traf. Als Tenochtitlan 1520 Unterstützung gegen die Spanier suchte, hielt der Purépecha-Herrscher Zuangua an der Neutralität fest. Nach dem Fall der Stadt schickte sein Nachfolger eine Gesandtschaft zu Cortés. Die Rivalität mit den Mexica führte also auch Jahrzehnte nach Axayacatls Niederlage keineswegs unmittelbar zu einem gemeinsamen Krieg mit den Spaniern.
Zum Weiterlesen
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Prem, Hanns, J. (2011): Die Azteken: Geschichte, Kultur, Religion.*
Riese, B. (2011): Das Reich der Azteken: Geschichte und Kultur.*
Bildnachweis
Titel: Axayacatl in einer kolonialzeitlichen Darstellung. Wikimedia Commons, Unbekannter Künstler. Gemeinfrei.
Handschrift: Niederlage gegen die Purépecha im Codex Durán. Wikimedia Commons, Unbekannter Künstler; Handschrift des Diego Durán. Gemeinfrei.



