Ein hochwassersicheres Plateau, eine vorgelagerte Rheininsel als natürlicher Hafen und einer der wenigen gut kontrollierbaren Flussübergänge: Die Römer wussten, warum sie gerade hier eine ihrer bedeutendsten Städte nördlich der Alpen errichteten. Als Kaiser Claudius das Oppidum Ubiorum im Jahr 50 n. Chr. zur Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA) erhob, auf Betreiben seiner hier geborenen Gemahlin Agrippina, begann der planmäßige Ausbau zur Metropole am Rhein.
Stadtplanung und Befestigung nach römischem Maßstab

Die Römer gestalteten das Areal nach einem strengen rechtwinkligen Plan, der eine Fläche von etwa 96 ha umfasste. Die Nord-Süd-Achse, die Hauptstraße Cardo Maximus, und die Ost-West-Achse, der Decumanus Maximus, bildeten das Gerüst des Straßennetzes. Zur Sicherung dieses wichtigen Knotens begann ab ca. 70 n. Chr. der Bau einer massiven Stadtmauer. Diese Befestigung erstreckte sich über 3,9 km und war mit 19 Rundtürmen sowie 9 Toren bewehrt. Das Mauerwerk erreichte eine Höhe von etwa 8 m bis zur Zinnenoberkante. Rekonstruktionen der Toranlagen, wie des monumentalen Nordtors beim heutigen Dom, lassen sogar Höhen von bis zu 13,5 m vermuten.
Monumentale Architektur und Infrastruktur
Das Erscheinungsbild der Metropole war geprägt von öffentlichen Großbauten, insbesondere dem Praetorium an der östlichen Stadtmauer. Als Amtssitz des Statthalters wuchs der Komplex von einem ursprünglich 60 m langen Bau auf eine Gesamtlänge von über 100 m an. Ein Highlight des Palastes war die Aula Regia, eine prunkvolle Empfangshalle, deren halbkreisförmiger Anbau (Apsis) allein einen Durchmesser von 15 m aufwies. Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser sicherte die 95 km lange Eifelwasserleitung, die als technische Meisterleistung täglich ca. 20.000 m³ Frischwasser herbeileitete. Ein unterirdisches Kanalsystem, das teilweise bis heute begehbar ist, sorgte für die Abwasserentsorgung in den Rhein.
Versorgung der Truppen und wirtschaftlicher Aufstieg
Ihre Lage machte die Stadt zum Verwaltungs- und Versorgungsknoten der Rheingrenze und zur zentralen Anlaufstelle für die römischen Truppen am Niederrhein. Die günstige Lage am Fluss machte den Ort zudem zum wichtigsten Umschlagplatz für Waren zwischen dem römischen Reich und dem germanischen Gebiet. Innerhalb der Mauern siedelten sich spezialisierte Betriebe an, insbesondere Glashütten und Töpfereien, deren Erzeugnisse weit über die Grenzen der Provinz hinaus exportiert wurden.
Zum Weiterlesen
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Eck, W. (2004): Köln in römischer Zeit. Geschichte einer Stadt im Zentrum des Imperiums.*
Fischer, T. (2013): Das römische Köln. Ein Stadtführer.*
Bildnachweis
Titel: Inschrift über dem Nordtor der Colonia.
Alle Bilder gemeinfrei.




