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Ein Bischof baut einen Hafen – Riga 1201

Bischof Albert verlegt seinen Sitz im Jahr 1201 an den Unterlauf der Düna, der heutigen Daugava. Nahe ihrer Mündung lässt er eine Stadt anlegen: Riga. Seeschiffe können den Platz von der Ostsee aus erreichen, während der Fluss weit ins Landesinnere führt. Albert gewinnt damit einen Hafen für seine Mission und zugleich einen Ausgangspunkt für die Eroberung Livlands.

Der Fluss weist den Weg

Die Flusslandschaft heute

Alberts Vorgänger hatten ihren Sitz in Üxküll, dem heutigen Ikšķile, rund dreißig Kilometer weiter flussaufwärts. Dort stand bereits eine steinerne Burg. Für den Verkehr über die Ostsee lag der Ort jedoch ungünstiger.

Riga entstand an einer kleinen Nebenmündung der Düna, die Schiffen einen geschützten Liegeplatz bot. Das Jahr 1201 gilt als Gründungsjahr der Stadt und als Beginn ihrer Geschichte als Bischofssitz.

Der Platz war bereits bewohnt: Liven siedelten im Mündungsgebiet und betrieben Handel. Kaufleute aus Gotland und den deutschen Küstenstädten kannten die Route ebenfalls. Die neue Stadt besetzte einen Knotenpunkt, den Menschen aus der Region längst nutzten.

Waren zwischen Ostsee und Binnenland

Die Düna verband die Küste mit Fürstentümern im Gebiet der Rus. Über den Fluss und anschließende Landwege gelangten Wachs und Pelze nach Westen. In der Gegenrichtung brachten Kaufleute Salz und Tuche.

Riga eignete sich als Umschlagplatz zwischen beiden Verkehrswegen. Seeschiffe konnten ihre Ladung nahe der Flussmündung löschen. Von dort ließen sich die Waren auf kleineren Schiffen weiter flussaufwärts transportieren.

Für Albert bedeutete jeder ankommende Kaufmann zusätzliche Einnahmen. Zölle und Abgaben finanzierten den Ausbau der Stadt. Die Händler wiederum fanden einen befestigten Platz, an dem sie Waren lagern und neue Geschäftspartner treffen konnten.

Handel und Eroberung

Bischof Albert

Der Hafen diente auch Alberts Kriegszügen. Schiffe aus Lübeck brachten Kreuzfahrer und Nachschub nach Riga. Von der Stadt aus rückten die bewaffneten Verbände entlang der Flüsse weiter vor. Bereits 1202 entstand der Schwertbrüderorden, der die Eroberungen dauerhaft absichern sollte.

Für die Liven brachte der neue Hafen deshalb weit mehr als zusätzliche Handelsmöglichkeiten. Albert beanspruchte politische Macht und trieb die Christianisierung mit Gewalt voran. Riga wuchs auf einem Gebiet, dessen Bewohner sich gegen die fremden Krieger und Missionare wehrten.

Auch innerhalb der Stadt verfolgten Bischof und Kaufleute unterschiedliche Interessen. Albert brauchte ihre Schiffe und ihr Geld. Die Händler wollten möglichst frei über Zölle und Geschäfte entscheiden. Dieser Gegensatz prägte Riga noch lange nach dem Tod des Stadtgründers.

Riga entwickelte sich rasch zum wichtigsten Hafen an der Düna. Im Jahr 1282 schloss sich die Stadt mit Lübeck und Visby zusammen und wurde Teil des hansischen Städtenetzes.


Zum Weiterlesen

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Hammel-Kiesow, R. (2025): Die Hanse.*

Wubs-Mrozewicz, J.; Jenks, S. (Hrsg.) (2013): The Hanse in Medieval and Early Modern Europe.*

Bildnachweis

Titel: Dom von Riga (geb. 1211).

Karte: Wikimedia Commons, Karlis. CC BY-SA 3.0.

Alle weiteren Bilder eigene Aufnahmen oder gemeinfrei.

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